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Kesselgulasch und Wasserspatzen

Was macht man eigentlich mit den abgeschnittenen Zipfeln des selbstgemachten Strudelteiges? Na was wohl – man entsorgt sie in der Biotonne (kommt für uns nicht in Frage) oder kocht Kesselgulasch oder Krautfleckerl. Nach Krautfleckerl war uns gestern nicht, zudem hatte ich noch ein halbes Kilo Schweinsschulter im Kühlschrank. Also Kesselgulasch, weil man da auch allerlei Gemüse-Restbestände prima verwerten kann.

Wie man Gulasch kocht, ist ja allgemein bekannt – Kesselgulasch macht man ebenso, nur mit mehr Zutaten.

Kesselgulasch mit Wasserspatzen

Zwiebeln und Knoblauchzehen hacken und im heißen Fett goldgelb rösten. Schweinsschulter in kleine Würferl schneiden. Edelsüßen Paprika, Tomatenmark zu den Zwiebeln geben und kurz mitrösten. Mit 1 EL Apfelessig ablöschen. Das Fleisch, klein geschnittenes Wurzelwerk (Möhren, Sellerie, Petersilienwurzel) und eine gehackte Paprikaschote dazu geben und anbraten, mit etwas Mehl stauben und mit Suppe oder Wasser aufgießen. Aufkochen lassen. Würzen mit Salz, Pfeffer, Chili, Dijonsenf, Kümmel und Majoran. Sobald das Fleisch beginnt weich zu werden, Erbsen, geschnippselte Fisolen und eine große, kleingewürfelte Kartoffel dazu geben. Nun das Ganze köcheln lassen, bis Fleisch und Gemüse gar sind.

Und nun kommt der große Auftritt des Strudelteigrestes. Den Teig zu einer Rolle formen und diese zwischen Daumen und Zeigefinger platt drücken. Nun kleine Zipfel abzupfen – direkt in das fertige Kesselgulasch. Nach wenigen Minuten sind die Wasserspatzen gar und das Kesselgulasch kann serviert werden.

Neugierig, wie ich nun einmal bin, habe ich natürlich die große Suchmaschine gefragt, ob sie Wasserspatzen kennt und bin zu sehr überraschenden Ergebnissen gekommen. Manche verstehen unter Wasserspatzen ganz normale Spätzle. Andere machen Wasserspatzen aus einem dicken Brei aus Mehl, Salz und Wasser – die heißen bei uns Farferl und werden meist in Milch gekocht (neben Rehleber ein Gericht, das ich nicht mal ansehen kann). Und dann gibt es noch Wasserspatzen, für die man einen dicken Spätzleteig macht, Nockerl absticht und in Wasser kocht – die heißen bei uns Eiernockerl. Wenn wir hier von Wasserspatzen sprechen, meinen wir handgezupfte Fleckerl aus Strudel- oder weichem Nudelteig, die man entweder direkt in einem Eintopf oder separat in Salzwasser kocht. Alles klar?