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Neun Stunden am Stück

habe ich heute Nacht geschlafen, tief und fest. Das war auch dringend nötig nach den Aufregungen der vergangenen Tage. Mutti liegt mit massiven Herzproblemen im Krankenhaus, seit gestern aber schon wieder auf der Station und nimmer auf Intensiv. Sie hängt zwar noch am Tropf, aber es geht ihr den Umständen entsprechend gut, denn sie meckert schon wieder herum. Als wir sie gestern am frühen Nachmittag besucht haben, hat sie gleich geschimpft, weil wir nicht schon in der Früh gekommen sind – Besuchszeiten hin und her. Das Essen passt ihr auch nicht, zu viel Gemüse und kleine Portionen, Reduktionskost, hat sie behauptet. Stimmt aber nicht, denn sowohl die beiden Mitpatientinnen, als auch die gerade anwesende Schwester versicherten uns, dass die Portionen mehr als reichlich sind und auch ausgesprochen gut schmecken. Ich habs nicht probiert, aber die Sacherschnitte mit Schlagobers, die noch auf ihrem Tischen stand, war frisch und saftig und hat verlockend ausgesehen. Aber so ist es halt, das Mütterchen :-)

Heute Nachmittag werde ich wieder zu ihr fahren und kann dann auch mit dem behandelten Arzt sprechen, wie es mit ihr weiter gehen wird. Sie war bei der Aufnahme bradykard bis zum Anschlag und hatte grad noch 38 Puls – warum, weshalb, weiß ich noch nicht. Schau ma mal, was der Nachmittag bringt…

Ich nutze jetzt die Zeit, um Mütterleins Häuschen auf Vordermann zu bringen, die Waschmaschine läuft quasi rund um die Uhr, ein Teil der Teppiche hängt zum Auslüften schon im Hof – ich mache jetzt alles, was ich in letzter Zeit nicht tun durfte, weil es Mutti nicht in den Kram passte. Fad wird mir nicht, bis sie wieder nach Hause darf, aber ich kann alles ohne Kommentare ihrerseits erledigen.

Der halbe Tag ist aber für mich reserviert. Da tu ich, was ich möchte, ganz ohne schlechtes Gewissen. Wissend, dass Mutti in guten Händen ist

genieße ich, wie die Prinzessin, ein bisserl Freiheit :-)

Allerdings klettere ich nicht auf Bäumen herum, sondern gehe mit den Hunden spazieren und bastle in Ruhe am Blog. Wundert euch also nicht, wenn es hier ein wenig chaotisch zugehen sollte in den nächsten Tagen :-)

Aufarbeiten

Nachdem die Temperaturen wieder im angenehmen Bereich sind, kehrt hier so etwas wie Normalität ein. Sprich, keine Ausreden mehr, auf der faulen Haut zu liegen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Wobei ich zugeben muss, dass ich persönlich überhaupt kein Problem damit hätte mit dem Schlendrian weiter zu machen – wäre da nicht mein schlechtes Gewissen in Form der Frau Mama, die mit Vehemenz das Aufarbeiten liegen gebliebener Arbeit einfordert. Was bleibt mir also anderes übrig, als wieder an den Start zu gehen :-)

Das Kapitel Friedhof ist schon erlegt, die Gräber sind frisch bepflanzt, denn das muss sein, weil Papa zum Geburtstag jedes Jahr neue Pflanzen aufs Grab kriegen muss und die restlichen Verblichenen auch nicht nachstehen sollen.

Das nächste Kapitel heißt, endlich die neuen Vorhänge für Muttis Schlafzimmer zu nähen. Damit wäre ich gestern locker fertig geworden, wäre da nicht ein kleines Missgeschick passiert. Leider hat sich Mutti beim Abmessen ein bisserl vertan, was zur Folge hatte, dass die Teile, die wir uns im Geschäft zuschneiden ließen, viel zu lang waren. Bei den Seitenteilen ist das ja nicht wirklich schlimm – auf 140 cm Breite lässt sich der „Schneidefaden“ relativ leicht ziehen. Anders bei den Stores, von denen jeder acht Meter breit ist. Über diese Länge den hauchfeinen Faden zu ziehen war sowohl für meine Augen, als auch meinen Rücken nicht grad angenehm. Dazu kam, dass der Stoff extrem „glitschig“ ist und ständig auf irgend einer Seite vom Tisch gerutscht ist. Dazu Mütterleins Kommentare, dass ich mich ja nicht verschneiden solle und ob ich mir wohl eh sicher sei, dass ich richtig gemessen habe. Irgendwann war auch das überstanden, das Nähen habe ich allerdings auf heute verschoben.

Zwischendurch musste ich natürlich auch an den Herd, denn Essen um Zwölfe muss sein – der Tag muss schließlich strukturiert sein, wo kämen wir denn da hin, wenn man alle Gesetzmäßigkeiten aufweicht :-)

Schnelles Reisfleisch

Also habe ich aus dem Rest vom schon gekochten Reis, zwei Hühnerbrüstchen, einer Paprikaschote, einer Zwiebel, drei Fleischtomaten und ein paar Kräutern ein schnelles Reisfleisch gemacht und damit gottlob Mütterleins Geschmack getroffen.

Am Nachmittag war ich dann noch schnell im Städtchen zum Einkaufen und anschließend mit Simon bei meiner Tierärztin. Der Gute hat sich wohl beim Baden in der Feistritz verkühlt, würgt herum und spuckt weißen Schleim. Mandel- und Rachenentzündung, wie ich mir eh dachte. Jetzt bekommt er ein paar Tage Tabletten und dann sollte der Spuk vorbei sein. Wie ich ihm verklickere, dass in den nächsten Tagen ein wenig Schonung angesagt ist, weiß ich noch nicht, aber irgendwie krieg ich auch das hin.

So – jetzt räume ich noch schnell auf und dann setze ich mich an die Nähmaschine, damit das Kapitel „Vorhänge“ endlich abgeschlossen ist.