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Faschingskrapfen

Es ist Jahre her, dass ich – zum ersten und auch zum letzten Mal – selber Krapfen gebacken habe. Sie sind mir so übel gar nicht gelungen, gut die Hälfte hatte sogar ein gleichmäßig breites „Rafterl“. Frisch gebacken haben sie auch gut geschmeckt, waren für meinen Geschmack jedoch ein bisserl zu fettig. Nachdem es in Wien ja jede Menge Bäckereien und Konditoreien gibt, habe ich beschlossen, das Krapfenbacken jenen zu überlassen, die es besser können, zumal sich der Aufwand für einen allein eh nicht lohnt.

Hier in der Steiermark war es anfangs noch möglich bei der einen oder anderen Bäckerei einen halbwegs guten Krapfen zu ergattern, aber in letzter Zeit verwenden alle scheints nur noch Backmischungen, die zwar optisch schöne Krapfen bringen, aber nach nix schmecken und die Konsistenz von Watte haben, die eine ledrige braune Hülle zusammenhält. Um die Geschmacksneutralität auszugleichen, wird eine Unmenge von übersüßter Marillenmarmelade in die Watte gefüllt, die zu allem Übel auch noch nach künstlichem Rum schmeckt.

Langer Rede kurzer Sinn – ich mag keine Krapfen mehr und halte mich lieber an meine gebackenen Mäuse oder Buchteln. Die haben auch viele Kalorien und machen mindestens genau so dick *g*

Vorsten Pfingsti

Was den Reichen und mehr oder weniger Schönen der Opernball, ist den Einheimischen – zumindest hier in der Gegend um Fürstenfeld – der „Vorsten Pfingsti“. „Vorsten“ steht für Vor-Fasten und „Pfingsti“ für Donnerstag und bedeutet somit Donnerstag vor dem Fasten.

Im Buch “Österreichische Feste und Bräuche im Jahreskreis” von Helga Maria Wolf, NP Buchverlag, kann man dazu auf Seite 37 nachlesen:

In der Oststeiermark beginnt das wilde Treiben am Foast-pfinzta, dem Donnerstag vor dem Faschingssonntag. An diesem finden Schaubräuche wie das Blochziehen statt.

Nachdem das Blochziehen, so viel ich weiß, nur dann statt findet, wenn im Fasching niemand aus der Gemeinde/Pfarre geheiratet hat und in den letzten Jahrzehnten derartige Feste auf das Faschings-Wochenende verlegt wurden, ist der Brauch, am letzten Donnerstag im Fasching richtig zu feiern, vermutlich in Vergessenheit geraten und wird grad noch von den Alten in aufs Essen reduzierter Form am Leben erhalten.

Und weil Mütterlein um fast nichts auf der Welt auf die Vorsten Pfingsti-Familienbräuche verzichten will, führt mein ersten Weg am Morgen des letzten Donnerstags vor der Fastenzeit in unseren Tante Emma Laden.

Tante-Emma-Laden

Hinter dem Besen ist die Tür zum Krapfen-Glück :-)

Im Tante Emma Laden gibt es nämlich wirklich gute Faschingskrapfen aus einer kleinen Bäckerei in der Region. Faschingskrapfen muss es nämlich geben, an einem Tag wie diesem. Normalerweise hausgemacht, aber da habe ich gestreikt und darum muss ich die Krapfen beim Spörk holen, weil die fast wie hausgemacht schmecken und vor allem eine echte, gute Marillenmarmeladen als Fülle haben. Genau in der richtigen Menge, denn die gelbe Soße, die nur nach Rum schmeckt und in Unmengen aus den gekauften Krapfen quillt und Tischtücher und Blusen versaut, mög ma net.

Die nächste Station ist dann der Hendl-Gölles, denn ohne Backhendl mit Erdäpfelsalat geht auch nix am Vorsten Pfingsti, das war schon bei meiner Großmutter so. Nein, die Großmutter hat die Hendln nicht gekauft, die gab es auf dem Bauernhof in Massen, aber Backhendl gab es an diesem Tag. Und darum hat es heute auch bei uns Backhendl gegeben.

Backhendl

Backhendl zur Feier des Tages

Allerdings nicht mit Erdäpfelsalat sondern mit Blattsalat, weil ich die Erdäpfel zwar rechtzeitig zugestellt, aber vergessen habe, die Platte auch einzuschalten. Und wer war Schuld daran? Der ORF, weil die jetzt auch die Trainingsläufe aus Schladming übertragen. Ich glaube, ich sollte mich beschweren *g*