ZARTGRAU

Schlagwort Archiv: Kuchen und Torten

Es muss nicht immer Kaffee sein

Eigentlich wollte ich gestern nach dem Besuch bei Mutti nur einen neuen Wischmop und Milch im Supermarkt im Städtchen kaufen. Eigentlich – und dann ist es doch ein bisserl mehr geworden. Schuld dran war natürlich der Wischmop, denn hätte ich den nicht gebraucht, wäre ich gar nicht erst in die Haushaltsabteilung gegangen, sondern  schnurstracks zum Milchregal und dann hätte ich ihn auch nicht gesehen, den schnuckeligen Wasserkocher aus weißem Porzellan. Irgendwie war es Liebe auf den ersten Blick. Kennt ihr doch – das Gefühl, wenn das Herzerl schneller schlägt, das Gehirn seine Funktion bis gegen den Nullpunkt runterfährt und einzig den Gedanken „will ich haben, jetzt, gleich, auf der Stelle“ zulässt. Genau so war es gestern beim Anblick des Teekochers. Meine Hände haben sich selbständig gemacht, hingelangt und schwubbs war die Schachtel mit dem Kocher im Einkaufswagen neben dem Wischmop gelandet.

Dann bin ich gleich zum Milchregal um eine kleine Flasche Milch gedüst und auf dem Weg zur Kassa sind noch Obstschnitten und Krapfen ins Wagerl gewandert, damit etwas Süßes im Haus ist, falls das Brüderlein vorbei schaut. Und dann nix wie raus aus dem Verführungstempel, bevor ich noch mehr entdecke, das ich unbedingt zur Haushaltsführung brauche :-)

Caprese al Limone

Weiße Schokolade gehört ja nicht eben zu meinen bevorzugten Naschereien, weil sie mir zu üppig ist und außerdem so gar nicht nach Schokolade schmeckt. Was ja wiederum nicht verwundert, weil man ja bei der Herstellung der Kakaomasse das Kakaopulver entzieht und nur die übrig gebliebene Kakaobutter mit Zucker und Bestandteilen von Milch versetzt, um dieses weiße Etwas zu erhalten.

Caprese al Limone

Nichtsdestotrotz hat mich das Rezept für eine Caprese al Limone, das ich bei Grain de sel gefunden habe, angelacht. Am Samstag habe ich sie Gästen serviert und siehe da, sie wurde bis auf drei Stücke verputzt, obwohl sie zu den ziemlich reichhaltigen Kuchen/Torten zählt.

So habe ich sie gemacht:

5 Eier
200 g Zucker
Abrieb von 3 unbehandelten Zitronen
Saft von 1 Zitrone
150 g geschmolzene Butter
3 EL Limoncello (ich habe 3 EL Zitronensaft genommen, weil eine Schwangere mitgegessen hat)
200 g grob geraffelte weiße Schokolade
200 g geschälte, sehr fein geriebene Mandeln (in der Moulinette misshandelt)
50 g Maisstärke
1 Backpulver

Die Eier mit dem Zucker, der Zitronenschale und dem Zitronenensaft dickschaumig aufschlagen, bis die Masse fast weiß ist. Wer hier eine Küchenmaschine zur Verfügung hat, ist klar im Vorteil. Dann die flüssige Butter schlückchenweise unterrühren. Geraffelte Schokolade, Mandeln, Maisstärke und das Backpulver trocken vermischen und unter die Eiermasse heben. Boden einer 26 cm Springform mit Backpapier auslegen, den Rand gut einfetten. Die Kuchenmasse einfüllen und im vorgeheizten Backofen bei 160° etwa 45 Minuten backen.

Mein Kuchen hat bereits nach 15 Minuten begonnen, an der Oberfläche braun zu werden. Abgedeckt mit Alufolie habe ich ihn fertig gebacken. Es empfiehlt sich, bei diesem Kuchen unbedingt eine Stäbchenprobe zu machen, bevor man ihn für durchgebacken erklärt. Auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen. Vor dem Servieren mit Staubzucker bestreuen und – wenn man sie zur Verfügung hat – mit kandierten Zitronenenscheiben verzieren.

Verlockend saftig und gelb

Die Caprese al Limone ist sehr saftig, hat aber trotzdem Biss und schmeckt sehr gut. Gut möglich, dass ich sie für eine größere Runde wieder einmal backe, weil sie sich vermutlich längere Zeit frisch hält und auf Vorrat gebacken werden kann. Zu einem meiner Lieblingskuchen wird sie es aber nicht bringen, weil sie, vermutlich durch den hohen Anteil an Kakaobutter, eine Schwere mitbringt, die mir nach einem kleinen Stück die Lust auf eine zweite Portion nimmt – daran ändert auch der zarte Zitronengeschmack nichts.

Für „schwere“ Jungs und Mädel genau richtig

Für jene unter euch, denen es nicht üppig genug sein kann, ist die Caprese al Limone aber ein ganz heißer Tipp :-) Print This Post

Apfel-Mohnmuffins

Mohnkuchen haben ja den Ruf trocken zu sein. Die meisten werden diesem Ruf auch gerecht und auch mein bisheriges Rezept für Mohnkuchen hat mich nicht wirklich überzeugt, weshalb ich mich im Netz auf die Suche gemacht habe, denn ich wollte für meine Kinder Mohnmuffins backen. Gefunden habe ich das ultimative Rezept im Netz. Und zwar in einem Kommentar zu einem Mohnkuchen-Rezept. Es lohnt sich also, nicht nur nach Rezepten zu suchen, sondern auch die Kommentare zu einem Beitrag zu lesen.

Mohnmuffins und kleiner Mohnkuchen

Was soll ich sagen – das Resultat hat meine Erwartungen mehr als erfüllt, zumal die Zubereitung kinderleicht ist. Ein klein wenig habe ich das Rezept abgewandelt und die Zutaten verwendet, die ich sowieso im Haus hatte.

So habe ich es gemacht:

4 Eier, getrennt
2 Becher Backzucker
2 EL selbst gemachten Vanillezucker
1 knapper Becher Rapsöl
2 Becher griechischen Joghurt (je 200 g)
200 g gequetschten Graumohn
1 Becher glattes Mehl Type 480
½ Packerl Backpulver
Zimt, Zitronenschale und etwas Rum nach Gusto
1 großer, grob geschabter Apfel

Eiweiß zu steifem Schnee schlagen. Dotter, Zucker und Vanillezucker dick schaumig aufschlagen, dann das Öl nach und nach kräftig unterrühren, den Joghurt und die Geschmackszutaten ebenfalls. Mohn, Mehl und Backpulver vermischen und abwechselnd mit dem Eischnee unter die Dottermasse heben. Zum Schluss den geschabten Apfel unterziehen. Die Masse in eine Torten- oder Kuchenform füllen und bei 160° O/U etwa 50 Minuten backen.

Ich habe aus der Masse 12 Muffins und ein Törtchen mit 18 cm Durchmesser gebacken. Die Muffins waren in gut 25 Minuten gebacken, das Törtchen in 35 Minuten.

Glasur: Saft einer Zitrone und so viel Staubzucker, dass eine dicke Masse entsteht. Das Gebäck mit der Zitronenglasur beträufeln und mit etwas Zitronenabrieb bestreuen.

Feigling :-)

Auch wenn sich der kleine Feigling im Kaffeehäferl versteckt hat – genützt hat es ihm nichts. Ich habe ihn gefunden. Und nicht nur das *g* Print This Post

Ribiselkuchen mit Baiserhaube

Nachdem sich unsere Ribiselsträucher unter der Last ihrer Früchte, die man in deutschen Landen Johannisbeeren nennt, biegen und wir uns bereits mit reichlich entsprechender Marmelade eingedeckt haben, wurde ein kleiner Teil der roten Beeren heute zu einem Ribisel-Baiser-Kuchen verarbeitet. Ganz mein Ding ist der Kuchen ja nicht, weil er trotz der säuerlichen Früchte durch den Baiser ziemlich süß ist, aber was solls – hin und wieder muss man sich eben überwinden und genussvoll in das süße Zeug beißen :-)

Ribiselkuchen

Ribiselkuchen mit Baiserhaube

Du brauchst für ein halbes, tiefes Backblech:

Für den Biskuit:

6 Eier, nicht getrennt
eine Prise Salz
6 EL Zucker
6 EL glattes Mehl

Für die Baiser-Masse

5 Eiweiß
1 EL Zitronensaft
10 EL Zucker
etwa 400 g Ribisel/Johannisbeeren

Und so wird ein Ribiselkuchen daraus:

Backblech mit Backpapier auslegen, Ofen auf 180° vorheizen.

Eier, Salz und Zucker zu einer sehr dickcremigen Masse aufschlagen, Mehl darüber sieben und vorsichtig unterziehen. Teig auf das Blech streichen und etwa 10-12 Minuten hell backen.

In der Zwischenzeit die 5 Eiweiß mit dem Zitronensaft steif schlagen, dabei den Zucker löffelweise einrieseln lassen. So lange weiter schlagen, bis das Eiweiß glänzt und so steif ist, dass man feste, standhafte Zacken aufziehen kann. Die Ribisel/Johannisbeeren unterheben und die Masse auf das heiße Biskuit streichen. Das Blech wieder in den Ofen schieben und den Belag in etwa 10 Minuten goldgelb backen bzw. so lange, bis die Baiser-Zacken zu bräunen beginnen. Dann den Ofen ausschalten, kurz öffnen, dass die feuchte Luft entweichen kann und den Kuchen weitere 10 Minuten bei geschlossener Ofentüre trocknen lassen. Print This Post

Rhabarberkuchen mit Nussbaiser

Der musste heute einfach sein bevor die Saison zu Ende ist. Außerdem weiß man in Zeiten wie diesen ja nimmer, ob man nächstes Jahr noch darf. Kuchen essen, mein ich. Das Zeugs ist doch ungesund bis zum geht nimmer und macht schrecklich dick. Dazu kommt, dass Rhabarber ein Gemüse ist und subversiv wie Obst eingesetzt wird – das ist ja doch schon ziemlich verdächtig! Zudem enthält er Oxalsäure, die als Kalziumräuber dem Zahnschmelz zusetzen kann, wodurch er von sich aus schon mal ein enormes Gesundheitsrisiko darstellt, das wiederum dem Gesundheitswesen finanzielle Zusatzbelastungen bescheren könnte. Also nix wie ran an den Handmixer, bevor es zu spät ist.

Rhabarberkuchen mit Nuss-Baiser

Du brauchst 150 g weiche Butter, 130 g Zucker, 5 Eier, 1 Vanillezucker, 150 g glattes Mehl, 75 g Speisestärke, 2 gestrichene TL Backpulver, 600 g Rhabarber (geschält und in etwa 4 cm große Stücke geschnitten), 150 g Zucker, 1 EL Zitronensaft und 50 g geriebene Mandeln oder Nüsse.

Butter und Zucker schaumig rühren und nach und nach 3 Dotter und 2 ganze Eier unterrühren. Drei Eiklar für die Baisermasse beiseite stellen. Mehl, Speisestärke und Backpulver miteinander versieben und unter die Butter-Eimasse rühren. Teig in eine gefettete Form von etwa 26 cm Durchmesser füllen, mit den Rhabarberstücken belegen und ins auf 180° vorgeheizte Backrohr schieben. Backzeit 25 Minuten.

In der Zwischenzeit die drei Eiklar cremig aufschlagen und nach und nach den Zucker einrieseln lassen bis eine schnittfeste Masse entstanden ist. Die geriebenen Mandeln unterheben. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, die Baisermasse darüberstreichen und noch einmal 15 Minuten backen. Anschließend die Baisermasse mit einem Messer vom Formrand lösen und den Kuchen in der Form auskühlen lassen. Guten Appetit allseits! Print This Post

Nusskranz

Ein Kuchen für die große Runde, der, wie die meisten Nusskuchen, erst ab dem zweiten Tag sein intensives Aroma entfaltet. Da der Nusskranz eher zu den robusteren Kuchen gehört und sehr saftig ist, kann er auch gut zum Picknick oder auf Ausflüge mitgenommen werden.

Nusskranz

Du brauchst für eine Kranzform von 2.5 Liter Fassungsvolumen:

250 g weiche Butter
200 g Zucker
1 Vanillezucker
4 Eier nicht getrennt
Saft einer halben Zitrone
500 g Mehl
200 g geriebene Haselnüsse
1 Backpulver
125 ml Milch
125 ml Amaretto

Für die Form:

Butter zum Einfetten
1 EL geriebene Haselnüsse oder Semmelbrösel zum Ausstreuen

Und so wird ein Kuchen daraus:

Backofen auf 170° vorheizen.

Butter mit dem Zucker schaumig rühren, dabei nach und nach den Zitronensaft und die Eier unterrühren. Mehl, Haselnüsse und Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch und dem Amaretto unter die Buttermasse mischen.

Kranzform gründlich mit Butter einfetten und mit den Nüssen oder Bröseln ausstreuen, Teig einfüllen, glattstreichen und im heißen Rohr etwa 50 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Kuchen aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter erkalten lassen. Vor dem Servieren mit Staubzucker bestreuen oder mit einem beliebigen Kuchen-/Tortenguss überziehen. Print This Post