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Wahlsonntag

Soderle – meine Staatsbürgerpflicht habe ich erfüllt und bin mal schnell mit dem Radl in einer Regenpause zum Jugendzentrum gedüst um meine Wahl zwischen Pest, Cholera, Malaria, Fleckfieber, Thyphus oder wie die Grauslichkeiten des Lebens auch immer heißen mögen, zu treffen. Ok, ich will ja nicht so sein und sage, dass ich von meinem Wahlrecht Gebrauch gemacht habe, das ja nicht so selbstverständlich ist. An der Tatsache, dass ich mit keiner Partei bzw. deren Respräsentanten etwas anzufangen weiß, führt aber trotzdem kein Weg vorbei. Blöd ist nur, dass es für mich nicht einmal einen brauchbaren Kompromiss gibt, also muss ich die nächsten fünf Jahre mit einem schlechten Kompromiss leben. So ganz im Geheimen frag ich mich schon, was wir angestellt haben, denn es heißt ja, dass jeder bekommt, was er verdient. Aber lass ma das, denn ein weiser Mann hat einmal behauptet, dass Wahlen schon längst verboten wären, würden sie etwas verändern. Weniger dezent ausgedrückt: Die Tröge bleiben immer gleich, nur die Säue, die daraus fressen, sind Andere.

So, jetzt haben wir dieses Thema auch abgehakt und können uns den schöneren Seiten des Lebens widmen. Mütterlein hat sich schon fein gemacht und wartet auf die Abfahrt. Heute sind wir in Graz beim Brüderlein zum Essen eingeladen. Das wird auch wieder eine gewaltige Sache. Nicht nur, dass Bruder und Schwägerin exzellent kochen, sind die Portionen nicht grade klein und unter sechs Gängen tut sich da normalerweise nichts. Ich habe gebeten, es bei drei Gängen zu belassen und hoffe inständig, dass meine kleine Bitte auch angekommen ist. Und ich hoffe auch, dass es einen Fleischgang geben wird. Schwägerin ist nämlich zum Vegetarismus übergetreten und zwar ganz konsequent. Ich mag es ja auch vegetarisch, aber wenn Mütterlein kein Fleisch bekommt, kann ich mir die Lametiererei darüber noch eine Woche lang anhören. Aber schau ma mal, was kommt und für den Notall habe ich noch eine frische Entenbrust im Kühlschrank, die ich fürs Mütterlein am Abend noch machen kann, sollte es auf Entzug sein *g*

Kunsthaus Graz, Ansicht Mariahilferstraße

Per sempre

Liebesschlösser

Liebesschlösser an der Murbrücke in Graz

oder for ever oder für immer – egal was man sagt – in dem Moment, in dem man den Schlüssel zum Schloss ins Wasser wirft, glaubt wohl jeder daran.

Schlösser

Schloss mit Herz :-)

Ich will ja nicht neugierig sein, aber interessieren würde mich schon, wieviele der Schwüre die Zeit des ersten Verliebtseins überstanden haben und wieviele Herzen im Laufe der Jahre verrostet sind. Jedes Schloss bedeutet zwei Schicksale – oder mehr. Irre, wenn man darüber nachdenkt…

Graz, Mariahilferstraße

Nicht nur Wien, auch Graz hat eine Mariahilferstraße. Im Gegensatz zur Wiener ist die Grazer Mahi schon sehr lange eine Fußgängerzone, in der es allerdings längst nicht so hektisch zugeht wie in Wien.

Mariahilferstraße

Mariahilferstraße in Graz

Ruhig und beschaulich ist es da, wie Graz ja überhaupt ein eher beschauliches Städtchen ist. Zumindest da, wo nicht grade wieder einmal alles aufgegraben wird. Und gegraben wird viel in Graz, aber das ist eine andere Geschichte. Bleiben wir heute einfach mal an der Ecke Annenstraße/Mariahilferstraße, denn da gibt es eines meiner Lieblingskaffeehäuser, genau gegenüber dem Kunsthaus.

Mariahilferstraße

Kaffeehaus in der Mariahilferstraße

Marienstatue

Marienstatue an der Hausecke

Kaffeehaus

Unter roten Schirmen

Kaffeehaus

lässt sich prima frühstücken

Kaffeehaus

während man wunderschöne Ausblicke genießt

Und noch etwas hat Graz mit Wien gemeinsam – eine Unmenge an „Flugratten“. Was dem Wiener die Tauben, sind dem Grazer die Spatzen.

Spatzen

Warten auf die Croissant-Brösel

Es gibt sie all überall, in jedem Straßencafé, in jedem Gastgarten aber ich habe noch nie erlebt, dass sie jemand vertrieben hätte, selbst wenn sie auf den Tisch kommen. Diesbezüglich gibt es also doch einen Unterschied zu Wien :-)