Die kleinen Dinge

Letztendlich sind sie das Salz in der Suppe – die kleinen Dinge des Lebens. Sei es nun eine Blume, ziehende Wolken am blauen Himmel, ein schattiges Plätzchen im Sommer, ein Stündchen zur freien Verfügung oder eine kleine süße Sünde.

Nachdem Mutti ja ans Bett gefesselt ist und ich aus Zeitmangel auch relativ wenig für meine körperliche Ertüchtigung tun kann, sind Kuchen und Desserts so gut wie vom Speiseplan gestrichen. Ausgenommen ist da der Sonntag – da gibt es Nachtisch. Da ja frisches Obst- mit Ausnahme von Heidelbeeren, die sie in Kleinstmengen verträgt, Joghurt und Eis für Mutti verboten sind, bleibt nicht viel außer Kompott, Triet oder Pudding. In Miniportionen versteht sich und aufgemascherlt, damit es nach mehr aussieht :-)

Frühstück bei mir

Erkenntnis der letzten Wochen: Zwischen dem, was man möchte und dem, was möglich ist, liegen Welten. Aber was solls, life is life, machen wir halt das, was möglich ist.

Möglich war, dass ich es geschafft habe, mein Auto zum Reifenwechsel zu bringen und ich jetzt endlich mit Sommerpatschen unterwegs bin. Außerdem habe ich mir eine fachmännische Autoreinigung gegönnt und ein paar kleine Steinschlag-Lackschäden auf der Motorhaube ausbessern lassen – der Franzose sieht aus wie neu, sowohl innen als auch außen. Ist doch schon was :-)

Außerdem habe ich eine neue Quelle für erstklassiges Hunderohfutter in FF gefunden – die Wauzis sind zufrieden und ich auch. Die zwei schauen übrigens auch aus wie neu – frisch gebadet, geföhnt und gebürstet strahlen sie mit dem Franzosen um die Wette. Merkt ihr was? Langsam kriege ich es doch hin, etwas Zeit für mich und meine Belange abzuzwacken.

Ganz toll war dann der letzte Donnerstag. Da hatte ich Gäste zu einem frühen Frühstück. Zweieinhalb Menschen und einen Vierbeiner, die auf dem Weg gen Süden Zwischenstopp hier eingelegt haben. Es handelte sich dabei um Rosi Möpschen, Thomas, Tanja und die kleine Hanna, die Anfang August das Licht der Welt erblicken wird. Jo – ich werde in ein paar Wochen Oma *freu*

Zum nächsten gemeinsamen Frühstück kommen Thomas und Tanja schon mit der kleinen Prinzessin

 

Sein oder nicht sein,

das war in den letzten Wochen die Frage. Will heißen, mache ich weiter mit Bloggen oder nicht, denn so, wie die letzten Monate abliefen, war alles mehr Frust denn Lust. Nicht, dass ich die Lust dazu verloren hätte – es war vielmehr die Tatsache, dass ich nicht mehr wusste, was ich schreiben soll. Für mich gab es nichts Anderes mehr als die Krankheit meiner Mutter, ich hatte keinen Blick mehr für das, was sich links und rechts des Weges abspielt.

Ich habe jedoch an mir gearbeitet und gelernt damit zu leben, aber mich nimmer davon voll in Anspruch nehmen zu lassen. Seit zwei Wochen geht es Mutti den Umständen entsprechend gut, sie kann zwar das Bett nimmer verlassen, ist aber schmerzfrei und auch die Laborwerte haben sich teilweise gebessert, teilweise zumindest nicht verschlechtert und der Appetit ist auch zurückgekehrt. Also alles im grünen Bereich, soweit möglich.

Und jetzt war es an mir, etwas los zu lassen – abzunabeln. Ich habe ihr Zeitungen und Zeitschriften besorgt, den Fernseher in ihr Zimmer stellen lassen und sie dann stundenweise alleine gelassen. Uns siehe da, plötzlich fing sie wieder an zu lesen oder fernzusehen, weil ja keiner da war, der sie ununterbrochen bedüdelt hat. Sie motzt zwar noch herum oder zerdrückt auch einmal ein Tränchen, wenn ich ihr sage, dass ich mit den Hunden rausgehe, aber damit fängt sie mich nimmer. Wer mit  Appetit Schweinsbraten, Kraut und Knödel verdrückt, kann schon mal ein Stündchen oder zwei alleine bleiben, zumal ich ja über diverse Notrufsysteme immer erreichbar bin. Rabentochter nennt sie mich nun, aber damit kann ich leben *g*

Ach ja, es geht hier weiter, wenn auch nicht immer täglich, aber ich arbeite daran.