Raum ist in der kleinsten Hütte

wenn schon nicht für ein glücklich liebend Paar, so doch für eine Kochstelle. Für den Notfall. Der dann eintritt, wenn mich Pflegerin Nummer eins zu sehr nervt. Und das tut sie, weil sie einen ausgeprägten Reinlichkeitsfimmel hat und immer und überall Kurkuma verwendet. Selbst zum Mehl, das sie zum Panieren von Schnitzeln verwendet, gibt sie Kurkuma. Nach einigen Tagen stinkt das ganze Haus nach Kurkuma und Lysoform. Außerdem badet sie Hühnchenteile vor dem Zubereiten mindestens zwei Stunden in warmem Wasser, weil das die Salmonellen herauszieht. Was blieb mir also Anderes übrig als für die Möglichkeit der Selbstversorgung zu sorgen.

Eigener Herd ist Goldes wert

Eigener Herd ist Goldes wert

Das sind allerdings nicht die einzigen Veränderungen im Hause Zartgrau. Am Donnerstag werden einige Möbel geliefert, am Wochenende wird geschraubt, was das Zeug hält und dann gibt es hier auch einen großen Esstisch und bequeme Stühle, damit man wieder gemütlich zusammensitzen kann, ohne dass die Pflegerin dabei ist. Schließlich gibt es in einer Familie nicht nur small talk, sondern auch Dinge, die besser ohne neugierige Außenstehende besprochen werden wollen. Und Familienangehörige und Freunde, die Hunde haben, für die drüben Hausverbot besteht. Darum habe ich jetzt Nägel mit Köpfen gemacht und etwas für mein Wohlbefinden getan. Ärger macht nämlich alt und mit dem Altwerden will ich mir noch etwas Zeit lassen.

Endlich Herbst

Klar gönne ich allen Sommergenießern das heiße Wetter der vergangenen zwei Wochen. Ich für meinen Teil habe aber ganz und gar nichts dagegen, dass es jetzt endlich Herbst wird und die Temperaturen auf moderate Werte gesunken sind. Den Regen hat es hier bei uns dringend gebraucht, damit sich der Rasen vor dem Winter noch ein wenig erholen kann. Und auch das Ausjäten des Unkrautes ging heute leicht von der Hand. Es ist recht viel zu tun draußen, weil übers Jahr Vieles liegen geblieben ist. Die Blumenbeete im Hof sind total verwachsen und dass ich ewig lang im Friedhof nichts mehr gemacht habe, ist auch nicht zu übersehen. Hätte meine Kusine nicht hin und wieder Hand angelegt, stünde das Gras auf den Gräbern vermutlich meterhoch da. Aber am Montag mache ich mich an die Arbeit, damit die Schand‘ endlich aus der Welt ist.

Im Hof habe ich heute die riesige Kletterhortensie zurückgeschnitten und erst da habe ich gesehen, dass das Spalier drunter zerbrochen ist – total abgemorscht und nimmer zu richten. Da muss ein Fachmann her, der die Hortensie radikal zurück nimmt und neue Pflöcke einschlägt. Und die Schneebeere muss ganz weg, weil die von Jahr zu Jahr breiter wird und das kleine Beet total zuwächst.

Japanischer Blumenhartriegel

Japanischer Blumenhartriegel

Überrascht hat mich jedoch der Japanische Blumenhartriegel. Er hat heuer zum ersten Mal geblüht und trägt nun seine typischen roten Früchte. Schade, dass der Baum so knapp an der Gartenmauer steht, dass seine ganze Schönheit nicht wirklich zur Geltung kommt.

 

Langsam, sehr langsam,

erhole ich mich von den Strapazen der letzten Monate. Niemals hätte ich gedacht, dass das so lange dauert. Ein paar Tage ausschlafen und dann ist alles gegessen? Denkste. Schlafen ging lange Zeit überhaupt nicht, alle zwei Stunden bin ich aufgewacht, hatte Albträume, Schweißausbrüche – alles was halt so zu nervlicher und körperlicher Erschöpfung dazu gehört. Dazu kam der Ärger mit Pflegerin Nummer eins, die glaubt, hier das große Sagen zu haben. Bereits in den ersten Minuten ihres Hierseins hat sie mir klargemacht, dass weder Hunde noch Katz ins Haus dürfen, weil sie allergisch auf Tierhaare reagiere und sie sofort und auf der Stelle das Passwort für das WLan braucht. Da hat es mir, auf gut deutsch, die Red‘ verschlagen, aber angeknackst, wie ich war, habe ich eingewilligt, die Tiere nicht mehr in Muttis Häuschen zu lassen. Den WLan-Zugang habe ich allerdings verweigert und ihr ganz ernsthaft erklärt, dass ich das PW selber nicht wüsste, da das alles mein Sohn macht und ich keine Ahnung davon hätte. Zudem gab es in den zwei Wochen noch einige Unregelmäßigkeiten, die ich allerdings nicht beweisen kann, weshalb ich jetzt auch nicht darüber berichte. Wie ihr seht, habe ich zu dieser Frau ein nicht grad gutes Verhältnis, aber sie versorgt Mutti sehr gut und hält das Häuschen peinlich sauber und darauf kommt es erstmal an.

Am Montag kommt sie wieder – jeder verdient eine zweite Chance – wenn jedoch das ganze Theater wieder von vorne los geht, werden wir uns von ihr trennen. Da sind Mutti und ich uns einig. Denn es geht auch anders, wie uns Pappy, die Pflegerin Nummer zwei, bewiesen hat. Wir verstehen uns prächtig, sie ist lieb und herzlich, unkompliziert, durch und durch ehrlich, kümmert sich rührend ums Mütterlein und ist eine ganz tolle Köchin. Und sie mag die Hunde und die Katz und die Viecher mögen sie, während sie um Nummer eins einen weiten Bogen machen. Und ja, Pappy hat das Passwort fürs WLan, ohne dass sie danach gefragt hat, gleich am ersten Tag bekommen – mein Bauch hatte nix dagegen :-)

Wieder Luft

Nach langer Zeit wieder einmal...

Nach langer Zeit wieder einmal…

Viel ist passiert in den letzten eineinhalb Monaten. In aller Kürze einmal das Wichtigste: Mutti hat seit zwei Wochen eine 24-Stunden-Pflege, was Mutti sehr gut tut, zwar jede Menge Papierkrieg und auch etwas Ärger mit sich bringt, aber mir doch Zeit für ein paar Annehmlichkeiten schafft – Frühstück im Kaffeehaus zB gab es schon ewig lang nicht mehr :-)

Das Allerallerbeste und Schönste ist jedoch, dass am 19. Juli unsere Hanna – etwas voreilig – das Licht der Welt erblickt hat. Sie entwickelt sich prächtig und ich freue mich, dass mir ihre Eltern fast täglich ein Foto von ihr schicken. Sie im Arm zu halten ist wunderbar, aber halt leider nicht immer möglich.

Alles was sich sonst noch getan hat, erzähle ich im Laufe der nächsten Tage, ich bin nämlich hundemüde, weil ich momentan voll im Umräumstress bin, obwohl mir das jährliche Holzschlichten noch in den Knochen steckt – aber was sein muss, muss sein :-)

Schwalben

Nach 14 Jahren brüten heuer erstmals wieder Schwalben bei uns in der Hütte. Momentan ziehen die  Elterntiere die zweite Brut des Jahres groß.

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Vier hungrige Schnäbel sind zu versorgen – entsprechend groß ist die Flugfrequenz. Und da die beiden Alten wirklich fleißig sind und die Kleinen den ganzen Tag über gut versorgen, ist auch der Output entsprechend. Ist ja logisch, denn was man vorne hinein stopft, muss hinten wieder heraus :-)

Eigentlich wäre diese Tatsache keiner Erwähnung wert. Eigentlich – aber das Schwalbennest befindet sich exakt über dem Standplatz meines Franzosen. Mit der ersten Brut haben mich die Vögelein ja überrascht und mich – besser gesagt, den Franzosen – voll erwischt. Wie das Auto aussah, könnt ihr euch bestimmt vorstellen.  Eine Abdeckplane schützt nun das Vehikel vor den schwälbischen Angriffen von oben, aber auch Abdeckplanen müssen gereinigt werden. Was wiederum bedeutet, dass man hin und wieder für ein bisserl Glück ganz schön tief in die Schei…. greifen muss :-)

Die Fotoqualität ist schrecklich, ging aber nicht anders :-(